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LR Tilg: "Erfolgsprogramm HerzMobil Tirol in St. Johann gestartet"

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Das HerzMobil Tirol-Team am BKH St. Johann mit der Kollegialen Führung des BKH St. Johann: v.l. Pflegedirektor Harald Sinnhuber Msc, Herzmobilpflegerin DGKP Gerda Halbmayer, Ärztlicher Direktor Prim. Dr. Norbert Kaiser, Herzmobilpflegerin DGKP Katrin Höllwarth, Verwaltungsdirektor Christoph Pfluger MBA (ab. 01.02.2021). © BKH St. Johann/Vötter, Foto: Albin Vötter

15. Jänner 2021 HerzMobil Tirol nun in sieben Bezirken

"Seit Herbst dieses Jahres werden Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz auch im Bezirk Kitzbühel mit unserem Erfolgsprogramm HerzMobil Tirol behandelt", freut sich LR Bernhard Tilg. "Damit sind sieben Bezirke Tirol-weit angebunden", so Tilg: "Auswertungen der bisherigen Patientendaten zeigen eine deutliche Steigerung der Überlebensrate. Die Gesamtsterblichkeit ist mit 8,7% im Beobachtungszeitraum von einem Jahr weit unter dem in der Literatur angegebenen Wert von bis zu 30%".

„10% der Bevölkerung über 65 Jahren sind von Herzschwäche betroffen. Damit einher geht eine deutliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität“, erklärt Norbert Kaiser, Ärztlicher Direktor des BKH St. Johann die medizinischen Auswirkungen einer Herzinsuffizienz, und weiter: „Wir sprechen von Herzinsuffizienz, wenn aufgrund einer vorliegenden Pumpschwäche das Herz nicht mehr in der Lage ist, eine ausreichend hohe Blutmenge bei Belastung oder auch schon in Ruhe zu fördern. Das führt einerseits dazu, dass Organe wie Gehirn, Nieren, Muskulatur, Darm usw. schlechter mit Blut versorgt werden, andererseits wird der Blutrückfluss in das Herz behindert, wodurch es zu einem Blutrückstau kommt. Neben der immer besser werdenden medizinischen Therapie ist das Wissen im Umgang mit der Erkrankung von entscheidender Bedeutung für den Krankheitsverlauf.“

 

Was ist HerzMobil Tirol

„HerzMobil Tirol ist ein umfassendes Versorgungsprogramm für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Ziel ist es, die optimale Therapie sicherzustellen und die Erkrankung nachhaltig zu stabilisieren“, erklärt Bettina Fetz, Koordinatorin von HerzMobil Tirol am Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol, das mit der Entwicklung, Implementierung und Koordination des Versorgungsprogrammes beauftragt ist, und weiter: „Die Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz ist Dank unserem Spezialprogramm in Österreich und darüber hinaus einzigartig. Mithilfe der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung erreichen wir beeindruckende Erfolge für unsere Patienten.“ „Internationalen Studien zufolge ist die Wiederaufnahmerate bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz in den ersten sechs Monaten nach Diagnose bei bis zu 50%“, weiß LR Tilg: „Die Auswertungen unserer Patientendaten aus den Jahren 2016 bis 2018 zeigen deutlich, dass diese Wiederaufnahmerate um über die Hälfte reduziert werden kann. Sie beträgt bei unseren Patienten nur mehr rund 17%.“ ÖGK-Landesstellenausschussvorsitzender Werner Salzburger ergänzt: „HerzMobil Tirol ist ein Vorzeigebeispiel wie man innovative IT-Lösungen und multiprofessionelle Behandlung zum Wohle der Patienten umsetzt.“

 

„Für die Österreichische Gesundheitskasse ist ein niederschwelliger Zugang der Patienten zu diesem Programm von großer Bedeutung. Darum stellt die ÖGK die Versorgung durch niedergelassene Ärzte als sogenannte Netzwerkärzte sicher“ führt Salzburger weiter fort. Dr. Arno Melitopulos-Daum, Leiter des ÖGK-Fachbereichs Versorgungsmanagement 3, erklärt: „Diese Netzwerkärzte stellen durch Sonderverträge mit dem jeweiligen Sozialversicherungsträger die Weichen für den weiteren Behandlungspfad. Aktuell sind 40 Netzwerkärzte in sieben Tiroler Bezirken Teil des Programms. Wir freuen uns über die Weiterentwicklung und den Ausbau von HerzMobil Tirol“.

 

Multidisziplinäres Team

„Das Versorgungsnetzwerk besteht aus Ärzten und Pflegepersonal aus dem BKH St. Johann und dem niedergelassenen Bereich. Unsere Patienten erhalten so einen sehr niederschwelligen und wohnortnahen Zugang zu einem multidisziplinären spezialisierten Team“, erklärt Kaiser das Programm, und weiter: „Ein engmaschiges Netz, das durch die moderne Informationstechnologie ermöglicht wird, sorgt für eine engmaschige Kontrolle der Patienten und ermöglicht so ein zeitnahes Reagieren auf bestimmte Entwicklungen.“

 

So kann beispielsweise die Medikation schrittweise optimiert werden, ohne dass der Patient einen Arzt aufsuchen muss. Ein Smartphone mit spezieller Handy-App hilft den Patienten ihre Gesundheitsparameter an das Betreuungsteam zu übertragen. Befindlichkeit, Puls, Blutdruck, Gewicht sowie die Einnahme der Medikamente sind durch wenige Klicks direkt bei der spezialisierten Pflege. „Dadurch gewinnt der Patient Lebensmut und Bewegungsfreiheit zurück“, erklärt Fetz, und weiter: „Er kann sichergehen, dass sein Umgang mit der Erkrankung, sein Lebensstil, seine Essgewohnheiten sowie seine Bewegungseinheiten optimal auf seine Bedürfnisse und die seiner Erkrankung abgestimmt sind.“

 

Tilg ergänzt: „Dieses neuartige Behandlungsmodell schafft nur Gewinner im System. Digitalisierung im Gesundheitswesen sind in Tirol keine leeren Worthülsen, sondern bereits gelebte Realität. Die Digitalisierung hilft uns, die medizinische Versorgung zu den Patienten zu bringen und nicht den Patienten ins Krankenhaus.“

 

Neues Aufgabenfeld für Pflege

„Die spezialisierte Pflege nimmt im Programm HerzMobil Tirol eine zentrale Rolle in der Versorgung chronisch kranker Patienten ein, was eine sehr positive Weiterentwicklung ist“, freut sich Harald Sinnhuber, Pflegedirektor BKH St. Johann, und weiter: „Die HerzMobil Tirol Pflege hat eine spezielle Weiterbildung im Bereich der Herzinsuffizienz und kann sich somit ein interessantes neues Tätigkeitsfeld eröffnen. Trotz der Technik gibt es mehr Patientenkontakt und selbständiges Arbeiten. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist vor allem in diesem Programm Grundvoraussetzung fürs Gelingen.“

 

Mobiles Team in stationärer Einrichtung

„Für die Bezirkskrankenhäuser stellt die integrierte Versorgung von Patienten eine Öffnung hin zu neuen Versorgungsmethoden dar“, freut sich auch Thomas Pollak, Verwaltungsdirektor BKH St. Johann über die neue Herausforderung, die „natürlich eine Unterstützung für unsere Arbeit bedeutet, aber auch neue Aufgaben warten damit auf uns. Wir haben nun mobile Teams im Haus, die auch nach draußen gehen, um Patienten vor Ort zu versorgen und zu begleiten. Das Krankenhaus versteht sich somit als regionales Kompetenzzentrum und agiert unterstützend zu den Einrichtungen der Regelversorgung.“

 

Auch Paul Sieberer, Obmann des Gemeindeverbands Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol freut sich über die neuartige Patientenbehandlung: „Dieses Versorgungsprogramm ist in zweierlei Hinsicht eine sehr positive Entwicklung für den Bezirk Kitzbühel. Einerseits ist es mir als Bürgermeister ein großes Anliegen, dass die Menschen in jeder Gemeinde gut versorgt sind. Andererseits bin ich als Obmann des Gemeindeverbands Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol sehr dankbar, dass dieses Programm auch in unserem Bezirk eingeführt wurde, da es zu einer Entlastung und Unterstützung des Krankenhauses, wie auch der stationären Pflege beiträgt.“

Zwei Pressebilder zum Download finden sie unter folgenden Links:
Pressebilder | LIV - HerzMobil St. Johann 1
Pressebilder | LIV - HerzMobil St. Johann 2

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